Mein Weg zur Lehrerin – Einblicke in einen besonderen Beruf

Wie wird man eigentlich Grundschullehrerin? Wie hat sich der Beruf in den vergangenen Jahrzehnten verändert und welche Herausforderungen bringt der Alltag heute mit sich? Diesen Fragen widmete sich der Vortragsabend des Kiwanis-Clubs Peine am 2. September.

Eine junge Grundschullehrerin berichtete sehr persönlich über ihren Weg in den Beruf und gab dabei interessante Einblicke in Ausbildung und Schulalltag.

Ein langer Weg bis ins Klassenzimmer

Der Wunsch, Grundschullehrerin zu werden, stand für die Referentin schon früh fest. Bereits seit ihrem zehnten Lebensjahr wusste sie, dass sie später einmal Grundschullehrerin werden möchte.

Nach dem Abitur führte ihr Weg zunächst über das Studium. Auf den Bachelor folgte der Master of Education. Anschließend begann der 18-monatige Vorbereitungsdienst – besser bekannt als Referendariat. Er verbindet die Ausbildung am Studienseminar mit der praktischen Arbeit an einer Schule und endet mit der Staatsprüfung.

Damit ist der Weg bis zur eigenverantwortlichen Tätigkeit als Lehrkraft lang. Zwar gehören auch Praktika und schulpraktische Erfahrungen zum Studium, dennoch wird die Frage nach einer besseren Verzahnung von Theorie und Praxis in der Lehrkräfteausbildung seit vielen Jahren diskutiert. Gerade der Umgang mit einer Klasse, unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Eltern und den vielfältigen Anforderungen des Schulalltags lässt sich nur bedingt theoretisch erlernen.

Zwischen Regelstudienzeit, Corona und hoher Belastung

Auch der persönliche Weg der jungen Lehrerin war nicht frei von Herausforderungen. Die Einhaltung der Regelstudienzeit, ein hoher Workload und schließlich die Corona-Pandemie machten die Ausbildungszeit nicht einfacher.

Trotz aller Hürden blieb sie ihrem Berufswunsch treu. 2025 konnte sie schließlich ihr zweites Staatsexamen erfolgreich ablegen und damit die Ausbildung abschließen.

Heute unterrichtet sie an einer sehr kleinen Dorfschule mit weniger als 100 Kindern. Deutsch und Religion sind ihre studierten Fächer. Als Grundschullehrerin muss sie jedoch grundsätzlich in der Lage sein, die unterschiedlichsten Fächer zu unterrichten. Gerade diese Vielseitigkeit macht den Beruf für sie besonders abwechslungsreich.

Grundschule früher und heute

Besonders anschaulich schilderte die Referentin, wie sehr sich der Grundschulalltag in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.

Vor rund 30 Jahren war die Grundschule vielfach noch eine Halbtagsschule. Die Lerngruppen waren vergleichsweise homogen, im Mittelpunkt stand die Vermittlung von Wissen und der Unterricht war stärker lehrkraftzentriert.

Heute sind die Anforderungen deutlich vielfältiger. Grundschulen arbeiten als Ganztagsschulen. Kinder kommen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen, Fähigkeiten und Bedürfnissen in die Schule. Neben der Wissensvermittlung geht es stärker um Kompetenzen, Selbstständigkeit und individuelle Förderung.

Auch die Unterrichtsformen haben sich verändert. Partner- und Gruppenarbeit, Stationenlernen, Projekte und weitere offene Lernformen gehören heute ebenso zum Schulalltag wie der Einsatz digitaler Medien.

Die Grundschule von heute ist damit vielfältiger geworden – und stellt Lehrkräfte vor ganz neue Herausforderungen.

Das erste Jahr nach dem Referendariat

Besonders interessant waren die Einblicke in das erste Berufsjahr. Denn nun gilt es, die während der Ausbildung erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten im eigenen Berufsalltag umzusetzen.

Zum eigentlichen Unterrichten kommen zahlreiche weitere Aufgaben hinzu: Unterricht muss geplant und vorbereitet, die unterschiedlichen Lernstände der Kinder müssen berücksichtigt und der Schulalltag organisiert werden. Hinzu kommen Gespräche und die Zusammenarbeit mit den Eltern.

Dabei wurde deutlich, wie viel Verantwortung eine Grundschullehrerin übernimmt. Sie vermittelt nicht nur Wissen und Kompetenzen, sondern begleitet Kinder in einer wichtigen Phase ihrer Entwicklung, erkennt individuelle Bedürfnisse und ist für die Schülerinnen und Schüler eine wichtige Bezugsperson.

Mit Leib und Seele Grundschullehrerin

Trotz aller Herausforderungen war während des gesamten Abends eines deutlich zu spüren: Die junge Lehrerin ist mit Leib und Seele bei ihrem Beruf. Sie empfindet ihre Tätigkeit als Berufung.

Ihr persönlicher Weg zeigt, wie lang und anspruchsvoll die Ausbildung zur Lehrkraft ist. Gleichzeitig wurde deutlich, wie abwechslungsreich, verantwortungsvoll und erfüllend der Beruf sein kann.

Der Kiwanis-Club Peine bedankt sich herzlich für den offenen und persönlichen Einblick in den Berufsalltag einer jungen Grundschullehrerin. Der Vortrag hat eindrucksvoll gezeigt, wie sehr sich Schule verändert hat – und wie wichtig engagierte Lehrkräfte sind, die Kinder auf ihrem Weg begleiten.

Möchtest Du auch einmal bei einem Vortragsabend dabei sein? Dann abonniere unseren Whats-App-Kanal, wo wir Aktionen ankündigen.